Einige wissen von meinem größten Lockdown-DRAMA schon, mein Kaffeevollautomat hat pünktlich zum LOCKDOWN – HARD, den Geist aufgegeben. Nach zwei Tagen Filterkaffee rettete mich die Barbara von meinem Leid und brachte mir ihre Senseo Maschine vorbei. Während der Kaffee lief, ich mir meine Nägelchen betrachtete, dacht ich über meinen nächsten Blogeintrag nach.

Wo kommt den eigentlich meine Faszination für Nägel her? Lang musste ich dazu nicht überlegen, denn ich denke die Sachlage ist klar und das hat schon ganz früh begonnen. Meine Patentante, die Tante Helga legte immer sehr großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Alles perfekt von Kopf bis Fuß. Ihren Einfluss auf mich hat sie schon an der Nabelschnur gehabt. Aus einen ausgewählten Namen von meinen Eltern „Corinna“ musste unbedingt eine „Jenny“ gemacht werden. Wohlgemerkt weil die Flippers einen super Titel „Jenny weint oft“ Song raus gebracht hatten. Sauber, ich hab mir grad zum ersten mal den Text durch gelesen. Schon etwas lustig wenn das der Ursprung von allem war.

Auf jeden Fall war das wohl der Ursprung von allem. Mit 2/3 Jahren konnte ich wunderbar einen erlernten Satz aufsagen wenn man mich fragte wie magst du einmal aussehen? „Ich will blond, blaue Augen und schlank sein, wie die Tante Helga“. Erlerntes vergisst man in der Regel nicht. Blond bin ich noch, blaue Augen hab ich auch, schlank … naja das schwankt des Öfteren. Die Tante Helga hatte eindeutig mehr Disziplin als ich.

Am meisten bewunderte ich aber ihre Künste an den Nägel. So eine Geduld und Kreativität was sie sich selbst mit ganz gewöhnlichen Nagellack und einem Zahnstocher auf ihre Nägel zauberte – phänomenal. Ihre Nagellack Sammlung bestimmt genau so groß wie meine Farbgel-Sammlung heute. Ich war jedes Mal geflasht von dem ganzen. Jetzt denkt ihr sicher die Jenny hat ihre Nägel sicher schon im Kindesalter von der Tante Helga lackiert bekommen. Von wegen, Nagellack dürfen sich nur große Mädels auf die Nägel machen.

Ich kann mich an eine Situation erinnern, in der mir meine Mama einige Tage vorher ein wenig Nagellack auf meine Nägelchen gepinselt hatte. Ein rosa-rot war das glaub ich, irgendwas mit rot auf jeden Fall. Die Tante Helga war außer sich, wie meine Mutter mir nur die Nägel lackieren könne und dann auch noch so ein ROT. Während die mit meiner Mutter Krach angefangen hatte versuchte ich klammheimlich den Nagellack runter zu pulen.

Standard war auch immer mein erster Blick auf die Nägel wenn meine Mutter mich von der Schule abholte und sagte wir fahren jetzt zur Tante Helga. Vorher im Dreck gespielt oder krumm und krakelig, ganz schlecht sag ich euch. Irgendwann hatte ich dann immer eine silberne Nagelfeile in der Schultasche versteckt um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Dieses Verhalten, meine Nägel immer schön ordentlich zu haben wurde dann in der Pubertät verstärkt. Da gab es dann in der Drogerie French-Sets. Geduldig saß ich dann immer in meinem Zimmer über Stunden und Malte mir das French akkurat auf die Nägel.

Irgendwann kam dann die Geltechnik auf. Meine Mutter ging dann regelmäßig zum Nägel machen in einen Kosmetiksalon. Was war ich neidisch und versuchte immer wieder ihr zu erklären warum ich das den auch brauch. Aber das alles brachte nichts, ich musste weiter selbst lackieren.

Ein kleines Tief gab es dann mit 16. als Bäckereifachverkäuferin darf man keine Gelnägel haben und schon garnicht als Lehrmädchen. Die älteren mogeln sich da manchmal durch. Also züchtete ich und lackierte neutral. Manchmal nicht zu neutral, den meine Chefin hatte ein gutes Auge für zu lange und lackierte Nägel und rannte mir gern mal mit dem Nagelknipser hinterher. Als ich dann meine Ausbildung mit 1 Abgeschlossen , mir noch das Stipendium von der Handwerkskammer geholt und gleich danach meine Weiterbildung als Verkaufsleiterin im Nahrungsmittelhandwerk angetreten hatte, war meine erste Amtshandlung mit dem Wissen 3 Monate Schule zu haben, der Termin im Nagelstudio.

Pünktlich zur Prüfung mussten diese aber wieder runter gefeilt werden. Was war ich traurig.

Wie ihr lest waren Nägel schön immer ein großes Thema bei mir. Schon ewig begleitet von Lehrern und der Chefin ich müsse unbedingt mal was kreatives im Leben arbeiten.
RECHT hatten sie und ich bin glücklich heute mit dem was ich mache, kreativ Nägel gestalten, wie die Tante Helga.

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